Befunddolmetscher

Die Erklärungshilfe für Ihren medizinischen Befund.

Ein Beispielbefund und dessen Übersetzung

So könnte der Befund nach einer Szintigrafie von einem gesunden Herz aussehen:

Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die unterstrichenen Text-Abschnitte. So können Sie hervorheben, welche Erklärung zu welchem Fachbegriff gehört.

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Der Aufbau eines Szintigrafie-Berichts

Ein Szintigrafie-Bericht ist in der Regel aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut. Dazu gehören:

  • Die Patientendaten – Um den Szintigrafie-Bericht später eindeutig einem Patienten zuordnen zu können, werden der Name des Patienten und meistens auch das Geburtsdatum und die Anschrift angegeben.
  • Die Indikation – Hier wird erklärt, warum die Untersuchung durchgeführt werden soll. Häufig findet man in diesem Abschnitt auch Informationen über die Krankengeschichte des Patienten.
  • Die Technik – Dieser Abschnitt liefert Informationen zu dem genauen Vorgehen bei der Untersuchung und zu den Aufnahme-Techniken. Das ist zum Beispiel wichtig, um die Bilder gut auswerten zu können.
  • Der Befund – In diesem Abschnitt berichtet der Arzt darüber, was auf den Szintigrafie-Bildern zu sehen ist. Häufig beurteilt der Arzt hier das Gesehene noch nicht. Er beschreibt nur die Ergebnisse.
  • Die Beurteilung – Sie ist für den behandelnden Arzt der wichtigste Teil des Berichts. In der Beurteilung bewertet der Arzt das auf den Szintigrafie-Bildern Gesehene und nennt eine Erkrankung.

Originalbefund

Übersetzung

Sehr geehrter Herr Kollege,
vielen Dank für die freundliche Überweisung Ihrer Patientin Marta Müller, geb. 13.10.1961.

Myokardszintigrafie

Szintigrafie des Herzes

Der Arzt hat mit einer Szintigrafie-Untersuchung Bilder vom Herz gemacht. Auf den Bildern kann der Arzt beurteilen, wie das Herz arbeitet und wie gut es durchblutet ist.

Indikation

Warum die Untersuchung durchgeführt werden musste

V.a. KHK bei multiplen kardiovaskulären Risikofaktoren (art. Hypertonie, Adipositas, und Familienanamnese positiv für kardiovaskuläre Erkrankungen).

Der Arzt vermutet, dass bei der Patientin die Herz-Kranzgefäße verengt sind. Die Herz-Kranzgefäße versorgen das Herz mit Blut.

Bei der Patientin gibt es mehrere Einflüsse, die Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße begünstigen können:

  • Bei der Patientin ist ein zu hoher Blutdruck bekannt.
  • Die Patientin ist fettleibig.
  • In der Familie der Patientin sind bereits Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße aufgetreten.

Technik

Untersuchungstechnik

Myokardszintigrafie unter Belastung mit 318 MBq (09.10.2014) und in Ruhe mit 270 MBq 99mTc-Sestamibi (10.10.2014).

Der Arzt hat die Herz-Szintigrafie einmal bei körperlicher Anstrengung und einmal ohne körperliche Anstrengung durchgeführt.

Für die Untersuchung hat der Arzt ein besonderes Medikament gespritzt, das schwach strahlt. Die Einheit Mega-Becquerel gibt an, wie stark das Medikament strahlt.

Belastung mit Adenosin (140 mikrog/kg KG/min), kontinuierliche Infusion über 6 Minuten.

Der Arzt hat die körperliche Anstrengung mit einem Medikament nachgeahmt. Der Arzt hat das Medikament ohne Unterbrechung über 6 Minuten hinweg in eine Vene geleitet. Eine Vene ist ein Blutgefäß. Dieses Blutgefäß leitet das Blut zum Herzen.

Der Arzt hat die Menge des Medikaments angegeben, die er bezogen auf das Körpergewicht in jeder Minute gespritzt hat.

Befund

Was man auf den Bildern sieht:

Unter Belastung normal konfigurierter und normal großer linker Ventrikel.

Bei körperlicher Anstrengung ist die linke Herzkammer normal geformt. Sie ist auch normal groß.

Auch in den Aufnahmen unter Ruhebedingungen physiologische Darstellung des linksventrikulären Myokards.

Auch ohne körperliche Anstrengung sieht der Herzmuskel an der linken Herzkammer auf den Bildern normal aus.

Post Stress und in Ruhe homogene Nuklidbelegung.

Das Medikament hat sich nach der körperlichen Anstrengung und ohne körperliche Anstrengung gleichmäßig im Herz verteilt.

Keine transienten oder persistierenden Perfusionsdefekte, keine signifikante Minderspeicherung.

Es gibt keine vorübergehenden oder bleibenden Durchblutungs-Störungen am Herz. Es gibt keine Bereiche, an denen sich deutlich zu wenig von dem Medikament angesammelt hat.

Gated-SPECT: Normale linksventrikuläre Funktion (LVEF 67 %) ohne wesentliche Änderung zwischen Ruhe- und Belastungsuntersuchung.

Der Arzt hat eine besondere Form der Szintigrafie-Untersuchung durchgeführt. Dabei dreht sich die Kamera um den Patienten. Die Aufnahmen sind auf den Herzschlag abgestimmt. Bei dieser Untersuchung hat die linke Herzkammer das Blut normal gut gepumpt.

Es gab keine nennenswerten Unterschiede zwischen der Untersuchung bei körperlicher Anstrengung und der Untersuchung ohne körperliche Anstrengung. Dabei werden pro Herzschlag etwa 67 Prozent des Blutes in der linken Herzkammer in den Körper gepumpt. Das ist ein normaler Wert.

Keine regionalen Wandbewegungsstörungen.

Es gibt keine Bereiche im Herzmuskel, die sich schlechter als normal bewegen.

Beurteilung

Was das auf den Bildern Gesehene bedeutet:

Kein Nachweis einer belastungsinduzierten Ischämiereaktion.

Der Arzt konnte bei körperlicher Anstrengung keine verminderte Durchblutung des Herzens feststellen.

Keine Perfusionsdefizite oder -defekte.

Es gibt keine Stellen, die zu wenig durchblutet sind. Es gibt auch keine Stellen, die überhaupt nicht durchblutet sind.

Regelrechte linksventrikuläre Pumpfunktion post Stress und in Ruhe.

Die linke Herzkammer hat das Blut nach der körperlichen Anstrengung und ohne körperliche Anstrengung normal gut gepumpt.

Letzte Änderung: 15.12.2015