Befunddolmetscher

Die Erklärungshilfe für Ihren medizinischen Befund.

Ein Beispielbefund und dessen Übersetzung

So könnte der Befund nach einer Röntgen-Untersuchung einer gesunden Hüfte aussehen:

Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die unterstrichenen Textpassagen, um  hervorzuheben, welche Erklärung zu welchem Fachbegriff gehört.

?

Der Aufbau eines Röntgen-Befundes

Ein Röntgen-Befund ist in der Regel aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut. Dazu gehören:

  • Die Patientendaten – Um den Röntgen-Befund später eindeutig einem Patienten zuordnen zu können, werden der Name des Patienten und meistens auch das Geburtsdatum und die Anschrift angegeben.
  • Die Indikation – Hier wird erklärt, warum die Untersuchung durchgeführt werden soll. Häufig findet man in diesem Abschnitt auch Informationen über die Krankengeschichte des Patienten.
  • Die Technik – Dieser Abschnitt liefert Informationen zu dem genauen Vorgehen bei der Untersuchung und zu den Aufnahmetechniken. Das ist zum Beispiel wichtig, um auch in nachfolgenden Untersuchungen Vergleiche anstellen zu können.
  • Der Befund – In diesem Abschnitt berichtet der Arzt darüber, was auf den Röntgen-Bildern zu sehen ist. Häufig findet hier noch keine Beurteilung des Gesehenen statt, sondern lediglich die Beschreibung.
  • Die Beurteilung – Sie ist für den behandelnden Arzt der wichtigste Teil des Befundes. In der Beurteilung interpretiert der Röntgenarzt das auf den Röntgen-Bildern Gesehene und stellt eventuell eine Diagnose.

Originalbefund

Übersetzung

Sehr geehrter Herr Kollege,
vielen Dank für die freundliche Überweisung Ihrer Patientin Sandra Mustermann, geb. 27.09.1957

Röntgen rechtes Hüftgelenk

Röntgen-Untersuchung des rechten Hüftgelenks

Indikation:

z.A. einer Fraktur bzw. Luxation bei Z.n. Trauma

Warum die Untersuchung durchgeführt werden muss:

Die Röntgenuntersuchung der Hüfte soll gemacht werden, um  einen Knochenbruch bzw. eine Gelenkauskugelung auszuschließen. Die Untersuchung wird nach einem zurückliegenden Unfall durchgeführt.

  • Die Abkürzung z.A. steht dabei für „zum Ausschluss“.
  • Die Abkürzung Z.n. bedeutet „Zustand nach“.

Technik:

Hüfte in 2 Ebenen (a.p. und Lauenstein)

Untersuchungstechnik:

Die Röntgenaufnahmen der Hüfte wurden in zwei verschiedenen Richtungen aufgenommen. Die Begriffe a.p. und Lauenstein sind dabei die genaueren Richtungsbezeichnungen.

Beim Röntgen werden die untersuchten Körperteile häufig aus zwei Blickrichtungen betrachtet, da sich die verschiedenen Gewebe im Bild gegenseitig überlagern. Um trotzdem möglichst alles gut beurteilen zu können, röntgt man das selbe Körperteil aus verschiedenen Richtungen.

  • Die Abkürzung a.p. steht für „anterior posterior“. Anterior bedeutet vorn und posterior bedeutet hinten. Die Röntgenstrahlen wurden von vorn nach hinten durch den Körper gesendet. Dabei entstehen Bilder, bei denen man von vorn auf den Körper draufschaut.
  • Die so genannte Lauenstein-Aufnahme ist eine spezielle Röntgenuntersuchungsmethode für das Hüftgelenk. Dabei wird die Aufnahme fast im 90°-Winkel zu der Aufnahme von vorn gemacht.

Befund:

Regelrechte Artikulation mit unauffälliger Darstellung der artikulierenden Gelenkflächen. Normale Gelenkspaltweite.

Was man auf den Bildern sieht:

Man sieht im Bild, dass die Knochen des Hüftgelenks eine normale Stellung zueinander haben.

  • Das Hüftgelenk wird gebildet aus dem kugelförmigen Gelenkkopf des Oberschenkelknochens und der muldenförmigen Gelenkpfanne des Beckenknochens.

Die beiden Gelenkoberflächen von Oberschenkel und Becken sehen normal aus. Zwischen den beiden Knochen die das Hüftgelenk bilden, befindet sich ein mit Flüssigkeit gefüllter Spalt, der Gelenkspalt genannt wird. Dieser Spalt zwischen den beiden Knochen ist normal weit.

Mineralgehalt und Knochenstruktur regelrecht. Pfannendach unauffällig abgebildet. Glatte Hüftkopfkonturen. Regelrechte Trabekulierung im Schenkelhals.

Der Kalksalzgehalt und die Struktur des Knochens sind normal. Der obere Teil der Gelenkpfanne sieht im Röntgenbild normal aus. Der obere Abschnitt des Oberschenkelknochens hat einen glatten Umriss. Das bedeutet, dass keine Unebenheiten, wie z.B. bei Knochenverletzungen oder Verschleißerscheinungen erkennbar sind.

  • Als Schenkelhals wird das Verbindungsstück zwischen dem Gelenkkopf des Oberschenkelknochens und dem langem Schaft bezeichnet. Die innere Struktur des Schenkelhalses ähnelt im Röntgenbild kleinen Balken.

Das angefertigte Röntgenbild zeigt eine normale innere Struktur des Verbindungsstücks zwischen dem Gelenkkopf des Oberschenkelknochens und dem langem Schaft.

Unauffälliges Trochantermassiv. Kein Anhalt für intra- und periartikuläre Verkalkungen.

Am unteren Ende des Oberschenkelhalses liegen zwei Knochenvorsprünge. An diesen Knochenvorsprüngen sind keine krankhaften Veränderungen erkennbar. Es sind keine Verkalkungen in den Strukturen, die das Gelenk umgeben oder im Gelenk selbst erkennbar.

Die ossären Strukturen des mitabgebildeten knöchernen Beckens stellen sich regelrecht dar. Unauffällige Weichteile.

Die Beckenknochen sind ebenfalls im Bild sichtbar. Sie sehen normal aus. Die weichen Gewebe, wie zum Beispiel die Muskeln und das Fettgewebe sehen normal aus.

Beurteilung:

Knöchern altersentsprechender Befund ohne Fraktur, Luxation bzw. vorzeitige degenerative Veränderungen.

Was das auf den Bildern Gesehene bedeutet:

Die Knochen des rechten Hüftgelenks entsprechen dem in diesem Alter zu erwartenden Aussehen. Es sind kein Bruch, keine Gelenkauskugelung und keine verfrühten Abnutzungserscheinungen erkennbar.

Letzte Änderung: 01.05.2015