Befunddolmetscher

Die Erklärungshilfe für Ihren medizinischen Befund.

Ein Beispielbefund und dessen Übersetzung

So könnte der Befund nach einer Lungenfunktions-Untersuchung einer gesunden Lunge aussehen:

Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die unterstrichenen Text-Abschnitte, um hervorzuheben, welche Erklärung zu welchem Fachbegriff gehört.

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Der Aufbau eines Lungenfunktions-Berichts

Ein Lungenfunktions-Bericht ist in der Regel aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut. Dazu gehören:

  • Die Patientendaten – Um den Lungenfunktions-Bericht später eindeutig einem Patienten zuordnen zu können, werden der Name des Patienten und meistens auch das Geburtsdatum und die Anschrift angegeben.
  • Die Anamnese – Hier wird die Krankengeschichte des Patienten aus Sicht des Patienten erklärt. Dabei werden vor allem die Dinge erwähnt, die für die aktuelle Situation von Bedeutung sein können.
  • Die Messwerte und die Beurteilung – In diesem Abschnitt berichtet der Arzt darüber, welche Werte er bei der Untersuchung der Lungenfunktion gemessen hat und was diese Werte bedeuten.
  • Empfehlung – In diesem Teil des Berichts empfiehlt der Arzt, wie es weitergehen soll.

Originalbefund

Übersetzung

Sehr geehrter Herr Kollege,
vielen Dank für die freundliche Überweisung Ihres Patienten Sven Schmidt, geb. 08.08.1962.

Anamnese

Bisherige Krankengeschichte:

Patient kommt zur Kontroll-Untersuchung bei bek. Asthma bronchiale.

Bei dem Patienten ist eine Asthma-Erkrankung bekannt. Bei dieser Erkrankung entzünden und verengen sich die Luftwege in der Lunge durch bestimmte Auslöser. Die Asthma-Erkrankung soll durch die Untersuchung kontrolliert werden.

Therapie mit Salbutamol bei Bedarf, derzeit etwa alle zwei Wochen Beschwerden.

Bei Beschwerden behandelt der Patient die verengten Atemwege mit einem Medikament, das die Atemwege erweitert. Im Moment hat der Patient etwa alle 2 Wochen Beschwerden. Zu den typischen Beschwerden bei Asthma gehört Luftnot.

Lungenfunktion (Bodyplethysmographie und Spirometrie):

Untersuchung der Lungenfunktion

Der Arzt hat die Lunge des Patienten mit 2 verschiedenen Untersuchungs-Verfahren untersucht. Diese Verfahren unterscheiden sich zum Beispiel darin, wie und was gemessen wird.

Altersentsprechende Lungenfunktionswerte (FEV1: 91%, FEV1%FVC > 70, PEF 96%).

Die Messwerte bei einer Untersuchung der Lungenfunktion hängen unter anderem vom Alter ab. Der Patient hat für sein Alter normale Messwerte.

Der Arzt hat verschiedene Werte gemessen:

  • Der Arzt hat die Menge an Luft gemessen, die der Patient in einer Sekunde höchstens ausatmen kann. Im Vergleich zu anderen Patienten im gleichen Alter und mit der gleichen Körpergröße hat der Patient 91 Prozent des normalen Wertes erreicht. Werte über 80 gelten als normal.
  • Der Arzt hat außerdem gemessen, wie viel Luft der Patient insgesamt ausgeatmet hat. Diesen Wert hat er verglichen mit der Menge an Luft, die der Patient in einer Sekunde höchstens ausatmen kann. Der Arzt schaut damit, wieviel Prozent der insgesamt ausgeatmeten Luft der Patient in einer Sekunde ausatmen kann. Dadurch kann der Arzt beurteilen, ob die Atemwege in der Lunge verengt sind. Der Wert sollte über 70 liegen. Das war bei dem Patient der Fall.
  • Der Arzt hat gemessen, wie schnell die Luft beim Ausatmen höchstens aus der Lunge strömt. Im Vergleich zu anderen Patienten im gleichen Alter und mit der gleichen Körpergröße hat der Patient 96 Prozent des normalen Wertes erreicht. Werte über 80 gelten als normal.

Keine Obstruktion, normaler Atemwegswiderstand.

Die Atemwege sind nicht verengt. Die Lunge setzt die Luft mit einem normalen Druck in Bewegung.

Keine restriktive Ventilationsstörung.

Die Lunge dehnt sich beim Einatmen normal aus.

Keine Überblähung.

Es gibt keine krankhaft vermehrte Luft-Ansammlung in der Lunge.

Kein Hinweis auf das Vorliegen einer Diffusionsstörung bei normaler Sauerstoffsättigung.

Der Sauerstoff kann aus der Lunge normal in das Blut übertreten. Der Sauerstoff-Gehalt im Blut ist normal.

Empfehlung

Der Arzt rät Folgendes:

Medikation beibehalten, Wiedervorstellung zur Kontrolle in 1 Jahr oder sofort bei klinischer Verschlechterung.

Der Patient soll seine Medikamente weiter wie bisher einnehmen. In einem Jahr soll der Patient das nächste Mal zur Kontroll-Untersuchung kommen. Wenn sich die Beschwerden verschlimmern, dann soll sich der Patient sofort wieder vorstellen.

Letzte Änderung: 07.12.2015