Ein Beispielbefund und dessen Übersetzung

Letzte Änderung: 07.10.2019

So könnte der Befund nach einer Computertomographie-Untersuchung von einem gesunden Brustkorb aussehen:

Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die unterstrichenen Textpassagen, um hervorzuheben, welche Erklärung zu welchem Fachbegriff gehört.

Der Aufbau eines CT-Befundes

Ein CT-Befund ist in der Regel aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut. Dazu gehören:

  • Die Patientendaten – Um den CT-Befund später eindeutig einem Patienten zuordnen zu können, werden der Name des Patienten und meistens auch das Geburtsdatum und die Anschrift angegeben.
  • Die Indikation – Hier wird erklärt, warum die Untersuchung durchgeführt werden soll. Häufig findet man in diesem Abschnitt auch Informationen über die Krankengeschichte des Patienten.
  • Die Technik – Dieser Abschnitt liefert Informationen zu dem genauen Vorgehen bei der Untersuchung und zu den Aufnahmetechniken. Das ist zum Beispiel wichtig, um auch in nachfolgenden Untersuchungen Vergleiche anstellen zu können.
  • Der Befund – In diesem Abschnitt berichtet der Arzt darüber, was auf den CT-Bildern zu sehen ist. Häufig findet hier noch keine Beurteilung des Gesehenen statt, sondern lediglich die Beschreibung.
  • Die Beurteilung – Sie ist für den behandelnden Arzt der wichtigste Teil des Befundes. In der Beurteilung interpretiert der Röntgenarzt das auf den CT-Bildern Gesehene und stellt eventuell eine Diagnose.

Originalbefund

Übersetzung

Sehr geehrter Herr Kollege,
vielen Dank für die freundliche Überweisung Ihres Patienten Manfred Maier, geb. 03.03.1952.

CT Thorax

Computertomographie des Brustkorbs

Rechtfertigende Indikation

Unklare linksthorakale Schmerzen. Frage nach Lungenembolie?

Warum die Untersuchung durchgeführt werden soll:

Die Computertomographie-Untersuchung des Brustkorbs wird durchgeführt, weil der Patient Schmerzen im linken Bereich des Brustkorbs hat. Für die Schmerzen ist keine Ursache bekannt. Der Arzt möchte durch die Untersuchung feststellen, ob mit dem Blut angeschwemmtes Material ein oder mehrere Blutgefäße in der Lunge verstopft hat.

Technik

Multislice-Spiral-CT des Thorax nach i.v. KM-Gabe, Sekundärrekonstruktion in mehreren Ebenen

Untersuchungstechnik:

Es wurde eine spezielle Computertomographie-Untersuchung des Brustkorbs durchgeführt. Dabei wurde ein Kontrastmittel eingesetzt und in eine Vene gespritzt.

  • Ein Kontrastmittel ist eine Flüssigkeit, durch die sich die Gewebe in der Untersuchung deutlicher voneinander abheben.

Aus den in der Untersuchung entstandenen Bildern vom Körper wurden nach der Untersuchung weitere Bilder aus verschiedenen Blickrichtungen berechnet.

Befund

Miterfasste Halsweichteile unauffällig.

Was man auf den Bildern sieht:

Die Gewebe und Organe des Halses sind teilweise auf den Bildern mit dargestellt. Sie sehen normal aus.

Lunge seitengleich belüftet. Keine Infiltrate, keine Pleuraergüsse.

Die Lunge besteht aus einem rechten und einem linken Lungenflügel. Beide Lungenflügel sind gleich gut mit Luft gefüllt. In der Lunge sind keine Ansammlungen von Krankheitserregern oder kranken Zellen zu sehen. Der Arzt hat keine vermehrte Flüssigkeitsansammlung in dem Spalt zwischen den beiden Brustfell-Schichten gesehen.

  • Die Lunge ist von einer dünnen Haut aus Bindegewebe umgeben. Diese Haut nennt man Brustfell. Das Brustfell besteht aus zwei Schichten. Dazwischen liegt ein dünner Spalt.

Keine suspekten pulmonalen oder mediastinalen Rundherde.

In der Lunge und im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln sind keine verdächtig aussehenden, rundlichen Veränderungen im Gewebe zu erkennen.

Pulmonalarterien regelrecht kontrastiert ohne Lungenembolie-typische Kontrastmittelaussparungen.

Die Blutgefäße, die das Blut vom Herzen in die Lunge transportieren, sind normal mit Kontrastmittel gefüllt. Stellen, an denen kein Kontrastmittel in den Blutgefäßen der Lunge zu sehen ist, können durch eine Verstopfung der Blutgefäße entstehen. Solche Stellen sind nicht zu sehen.

Kein Nachweis pathologisch vergrößerter Lymphknoten mediastinal, hilär oder axillär.

In der Achselhöhle, im Raum zwischen den Lungenflügeln und in den Bereichen, in denen die Blutgefäße und die Luftwege in die Lunge eintreten, sind keine krankhaften Veränderungen der Lymphknoten zu sehen.

Aortensklerose. Altersentsprechender knöcherner Thorax. Mit dargestellte Oberbauchorgane unauffällig.

In der Hauptschlagader sind einige Kalkablagerungen zu sehen.

Das Knochengerüst, das den Brustkorb bildet, sieht so aus, wie man es im Alter des Patienten erwarten würde.

Die Organe im oberen Abschnitt des Bauches, die auf den Bildern zum Teil mit dargestellt sind, sehen normal aus.

Beurteilung

Unauffälliger kardiopulmonaler Befund, insbesondere kein Nachweis einer Lungenembolie.

Was das auf den Bildern Gesehene bedeutet:

Der Arzt sieht in der Untersuchung keine Auffälligkeiten am Herzen und an der Lunge. Vor allem sieht er auf den Bildern keine Hinweise auf eine Verstopfung der Blutgefäße der Lunge durch mit dem Blut angeschwemmtes Material.

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