Befunddolmetscher

Die Erklärungshilfe für Ihren medizinischen Befund.

Ein Beispielbefund und dessen Übersetzung

So könnte der Befund nach einer Röntgen-Untersuchung einer gesunden Lendenwirbelsäule aussehen:

Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die unterstrichenen Textpassagen, um hervorzuheben, welche Erklärung zu welchem Fachbegriff gehört.

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Der Aufbau eines Röntgen-Befundes

Ein Röntgen-Befund ist in der Regel aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut. Dazu gehören:

  • Die Patientendaten – Um den Röntgen-Befund später eindeutig einem Patienten zuordnen zu können, werden der Name des Patienten und meistens auch das Geburtsdatum und die Anschrift angegeben.
  • Die Indikation – Hier wird erklärt, warum die Untersuchung durchgeführt werden soll. Häufig findet man in diesem Abschnitt auch Informationen über die Krankengeschichte des Patienten.
  • Die Technik – Dieser Abschnitt liefert Informationen zu dem genauen Vorgehen bei der Untersuchung und zu den Aufnahmetechniken. Das ist zum Beispiel wichtig, um auch in nachfolgenden Untersuchungen Vergleiche anstellen zu können.
  • Der Befund – In diesem Abschnitt berichtet der Arzt darüber, was auf den Röntgen-Bildern zu sehen ist. Häufig findet hier noch keine Beurteilung des Gesehenen statt, sondern lediglich die Beschreibung.
  • Die Beurteilung – Sie ist für den behandelnden Arzt der wichtigste Teil des Befundes. In der Beurteilung interpretiert der Röntgenarzt das auf den Röntgen-Bildern Gesehene und stellt eventuell eine Diagnose.

Originalbefund

Übersetzung

Sehr geehrter Herr Kollege,
vielen Dank für die freundliche Überweisung Ihres Patienten Stephan Mustermann, geb. 23.06.1951

Röntgen LWS

Röntgen-Untersuchung der Lendenwirbelsäule

Indikation:

chron. Lumbalgie, seit 3 Monaten zunehmend, keine Ausstrahlung, erbitte Ausschluss Fraktur, Tumor, etc.

Warum die Untersuchung durchgeführt werden muss:

Die Röntgenuntersuchung der Lendenwirbelsäule soll durchgeführt werden, weil der Patient seit längerer Zeit an Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule leidet, die seit 3 Monaten immer stärker werden. Diese Schmerzen sind nur auf den Bereich der Lendenwirbelsäule begrenzt. Im Gesäß oder im Bein bestehen dabei keine Schmerzen. Der Arzt, der die Anfertigung der Röntgenbilder wünscht, möchte mit Hilfe der Untersuchung einen Knochenbruch, eine Geschwulsterkrankung oder andere Ursachen als Gründe für die Beschwerden ausschließen.

Technik:

LWS in 2 Ebenen

Untersuchungstechnik:

Die Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule wurden in zwei verschiedenen Richtungen aufgenommen.

Beim Röntgen werden die untersuchten Körperteile häufig aus zwei Blickrichtungen betrachtet, da sich die verschiedenen Gewebe im Bild gegenseitig überlagern. Um trotzdem möglichst alles gut beurteilen zu können, röntgt man die Wirbelsäule aus verschiedenen Richtungen.

Befund:

Harmonische Lordose. Alle LWK nach Anzahl, Form und Größe normal konfiguriert. Keine Gefügestörung.

Was man auf den Bildern sieht:

Die Lendenwirbelsäule zeigt eine normale Krümmung nach vorn. Die Lendenwirbelkörper haben eine normale Anzahl, Form und Größe. Die Wirbel sind so miteinander verbunden, wie es normalerweise sein sollte. Das heißt, sie sind nicht gegeneinander verschoben.

Regelrechter Mineralgehalt. Kortikale Randstrukturen einschließlich der Grund- und Deckplatten stellen sich glatt begrenzt dar.

Der Kalksalzgehalt der Wirbelkörper ist normal. Der Rand der Wirbelkörper mit seiner äußeren Knochenschicht sieht normal glatt aus. Auch die obere Auflagefläche des Wirbels und die untere Auflagefläche der Wirbelkörper sehen normal glatt aus.

Regelrechte Abbildung der Abgänge der Bogenwurzeln. Unauffällige Konfiguration der Dorn-, Quer- und Gelenkfortsätze.

  • Vom Wirbelkörper gehen die Wirbelbögen ab, die übereinandergelegt den Rückenmarkskanal bilden.

Die Stellen, an denen die Wirbelkörper und die Wirbelbögen verbunden sind, sehen normal aus. Vom Wirbelbogen gehen verschiedene Knochenausläufer ab. Sie sind normal aufgebaut.

Keine Höhenminderung der ZWR. Der Spinalkanal weist knöchern keine Stenosierung auf. In den paravertebralen Weichteilen kein Nachweis pathologischer Verkalkungen.

Die Räume zwischen den einzelnen Wirbeln, die sogenannten Zwischenwirbelräume, waren normal hoch.

  • In diesen Räumen befindet sich die Bandscheibe, die man jedoch im Röntgenbild nicht sehen kann.

Der Rückenmarkskanal ist nicht von Knochen eingeengt.

In den Weichgeweben, wie zum Beispiel den Muskeln und dem Fettgewebe, sind auf beiden Seiten neben der Wirbelsäule keine krankhaften Verkalkungen sichtbar.

Beurteilung:

Unauffällige Darstellung der LWS.

Was das auf den Bildern Gesehene bedeutet:

In der Abbildung der Lendenwirbelsäule sind zusammengefasst keine auffälligen oder krankhaften Veränderungen zu erkennen.

Letzte Änderung: 30.04.2015