Befunddolmetscher

Die Erklärungshilfe für Ihren medizinischen Befund.

Ein Beispielbefund und dessen Übersetzung

So könnte der Befund nach einer MRT-Untersuchung eines Brustkorbs aussehen:

Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die unterstrichenen Textpassagen, um hervorzuheben, welche Erklärung zu welchem Fachbegriff gehört.

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Der Aufbau eines MRT-Befundes

Ein MRT-Befund ist in der Regel aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut. Dazu gehören:

  • Die Patientendaten – Um den MRT-Befund später eindeutig einem Patienten zuordnen zu können, werden der Name des Patienten und meistens auch das Geburtsdatum und die Anschrift angegeben.
  • Die Indikation – Hier wird erklärt, warum die Untersuchung durchgeführt werden soll. Häufig findet man in diesem Abschnitt auch Informationen über die Krankengeschichte des Patienten.
  • Die Technik – Dieser Abschnitt liefert Informationen zu dem genauen Vorgehen bei der Untersuchung und zu den Aufnahmetechniken. Das ist zum Beispiel wichtig, um auch in nachfolgenden Untersuchungen Vergleiche anstellen zu können.
  • Der Befund – In diesem Abschnitt berichtet der Arzt darüber, was auf den MRT-Bildern zu sehen ist. Häufig findet hier noch keine Beurteilung des Gesehenen statt, sondern lediglich die Beschreibung.
  • Die Beurteilung – Sie ist für den behandelnden Arzt der wichtigste Teil des Befundes. In der Beurteilung interpretiert der Röntgenarzt das auf den MRT-Bildern Gesehene und stellt eventuell eine Diagnose.

Originalbefund

Übersetzung

Sehr geehrte Frau Kollegin,
vielen Dank für die freundliche Überweisung Ihrer Patientin Christa Schmidt, geb. 18.09.1947.

MRT der Thoraxwand

Magnetresonanztomographie der Brustkorb-Wand

Rechtfertigende Indikation

Chronische Schmerzen im Bereich der 10. Rippe rechts. Kein Trauma erinnerlich.

Warum die Untersuchung durchgeführt werden soll:

Die Untersuchung des Brustkorbs wird durchgeführt, weil die Patientin seit längerer Zeit Schmerzen im Bereich der rechten 10. Rippe hat. Die Patientin erinnert sich nicht an eine Verletzung in diesem Bereich.

Konventionelles Röntgen Thorax unauffällig. Frage nach Fraktur? RF?

In einer zuvor durchgeführten herkömmlichen Röntgenuntersuchung des Brustkorbs waren keine Veränderungen zu sehen.

Der Arzt möchte durch die Untersuchung wissen,

  • ob ein Knochenbruch zu sehen ist und
  • ob es an der äußeren Brustkorbhülle eine Veränderung gibt, die größer wird und die Umgebung verdrängt.

RF ist die Abkürzung für “Raumforderung”.

Technik

MRT der Thoraxwand rechts, neunte bis elfte Rippe mit T1- und T2-gewichteten Sequenzen in verschiedenen Ebenen nach i.v. KM-Gabe.

Untersuchungstechnik:

Es wurde eine Magnetresonanztomographie-Untersuchung der äußeren Wand des Brustkorbs mit verschiedenen Aufnahmetechniken durchgeführt. Dabei wurden die neunte, zehnte und elfte Rippe auf der rechten Seite untersucht. Es wurde auch ein Kontrastmittel in eine Vene gespritzt.

  • Ein Kontrastmittel ist ein Untersuchungsmittel, das dabei helfen soll, dass sich die Gewebe in der Untersuchung deutlicher voneinander abheben.

Befund

Signalalteration der zehnten Rippe im Bereich des costo-cartilaginären Übergangs.

Was man auf den Bildern sieht:

Die zehnte Rippe sieht dort, wo der Rippenknochen in den Rippenknorpel übergeht, auf den Bildern verändert aus.

Kein umgebendes Weichteilplus.

Die Muskeln, das Fettgewebe und das Bindegewebe, die um den veränderten Bereich herumliegen, sind nicht angeschwollen.

Die restlichen mitabgebildeten Rippen kommen unauffällig zur Darstellung.

Die anderen Rippen, die auf den Bildern mit dargestellt sind, sehen normal aus.

Beurteilung

Nicht dislozierte Fraktur im Bereich der zehnten Rippe.

Was das auf den Bildern Gesehene bedeutet:

Der Arzt sieht einen nicht verschobenen Knochenbruch in der zehnten Rippe.

Kein Anhalt für eine Raumforderung der Thoraxwand.

In der Untersuchung sind keine Anzeichen dafür zu sehen, dass es in der Brustkorbhülle eine Veränderung gibt, die größer wird und die Umgebung verdrängt.

Letzte Änderung: 13.03.2015