Befunddolmetscher

Die Erklärungshilfe für Ihren medizinischen Befund.

Ein Beispielbefund und dessen Übersetzung

So könnte der Befund nach einer MRT-Untersuchung einer gesunden Hüfte aussehen:

Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die unterstrichenen Textpassagen, um hervorzuheben, welche Erklärung zu welchem Fachbegriff gehört.

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Der Aufbau eines MRT-Befundes

Ein MRT-Befund ist in der Regel aus verschiedenen Abschnitten aufgebaut. Dazu gehören:

  • Die Patientendaten – Um den MRT-Befund später eindeutig einem Patienten zuordnen zu können, werden der Name des Patienten und meistens auch das Geburtsdatum und die Anschrift angegeben.
  • Die Indikation – Hier wird erklärt, warum die Untersuchung durchgeführt werden soll. Häufig findet man in diesem Abschnitt auch Informationen über die Krankengeschichte des Patienten.
  • Die Technik – Dieser Abschnitt liefert Informationen zu dem genauen Vorgehen bei der Untersuchung und zu den Aufnahmetechniken. Das ist zum Beispiel wichtig, um auch in nachfolgenden Untersuchungen Vergleiche anstellen zu können.
  • Der Befund – In diesem Abschnitt berichtet der Arzt darüber, was auf den MRT-Bildern zu sehen ist. Häufig findet hier noch keine Beurteilung des Gesehenen statt, sondern lediglich die Beschreibung.
  • Die Beurteilung – Sie ist für den behandelnden Arzt der wichtigste Teil des Befundes. In der Beurteilung interpretiert der Röntgenarzt das auf den MRT-Bildern Gesehene und stellt eventuell eine Diagnose.

Originalbefund

Übersetzung

Sehr geehrter Herr Kollege,
vielen Dank für die freundliche Überweisung Ihres Patienten Max Mustermann, geb. 21.03.1990

Kernspintomographie der rechten Hüfte

MRT-Untersuchung der rechten Hüfte

Indikation:

22jähriger Triathlet klagt seit 4 Wochen über zunehmende Schmerzen im Bereich der re. Hüfte und Leistenregion, die unter Belastung deutlich zunehmen. Röntgen ohne pathologischen Befund. Erbitten MRT zum Ausschluss Osteochondrosis dissecans, Bursitis usw.

Warum die Untersuchung durchgeführt werden muss:

Ein 22jähriger Triathlet klagt seit 4 Wochen über zunehmende Schmerzen im Bereich der rechten Hüfte und Leistenregion. Unter Belastung nehmen die Schmerzen deutlich zu. Eine Röntgenaufnahme ergab kein krankhaftes Ergebnis. Die behandelnden Ärzte bitten um eine MRT-Untersuchung. Dadurch sollen mehrere Krankheiten ausgeschlossen werden:

  • Eine Erkrankung von Knochen und Knorpel, die zur Ablösung eines Knochen-Knorpel-Stückes führen kann.
  • Eine Schleimbeutelentzündung und andere Erkrankungen.

Technik:

coronar T1 nativ und nach KM-Gabe
coronar STIR
axial PD FS
sagittal PD FS

Untersuchungstechnik:

Wichtungen

Bei einer MRT-Untersuchung gibt es verschiedene Aufnahme-Techniken. Dadurch entstehen verschieden aussehende Bilder. Verschieden aussehend bedeutet, dass die Gewebe in unterschiedlichen Graustufen zu sehen sind. Sie sind auch unterschiedlich gut beurteilbar. Der Arzt nennt diese verschiedenen Aufnahmetechniken "Wichtungen". Oft sind mehrere Wichtungen nötig, damit der Arzt sich ein besseres Bild von Organen und Geweben verschaffen kann.

Es wurden Aufnahmen von vorn in T1-Wichtung ohne Kontrastmittel und mit Kontrastmittel gemacht.

Es wurden Aufnahmen von vorn in einer Technik mit dem Namen STIR gemacht.

Es wurden Querschnitte vom Körper in einer Wichtung mit dem Namen „PD FS“ gemacht.

Es wurden Aufnahmen von der Seite in einer Wichtung mit dem Namen „PD FS“ gemacht.

Befund:

Regelrechte Artikulation der normal geformten Femurköpfe. Das Acetabulum ist beidseits ordnungsgemäß ausgebildet. Es besteht eine gute Deckung der Femurköpfe durch die Hüftpfannenränder. Der Hüftgelenksspalt ist beidseits normal weit. Die Gelenkflächen sind glatt konturiert mit normal breiter Kortikalis. Kein Nachweis subchondraler Signalveränderungen.

Was man auf den Bildern sieht:

Die obersten Enden der Oberschenkelknochen sehen normal geformt aus. Sie bilden das Hüftgelenk so, wie es sein sollte. Die Hüftpfanne, die ebenfalls Teil des Hüftgelenks ist, ist auf beiden Seiten ordnungsgemäß ausgebildet.

  • Die Hüftpfanne wird vom Beckenknochen gebildet. In Ihr bewegt sich das oberste Ende des Oberschenkelknochens, der sogenannte Oberschenkelkopf. Gemeinsam bilden die Hüftpfanne und der Oberschenkelkopf das Hüftgelenk.

Die Ränder der Hüftpfannen bedecken die Oberschenkelköpfe gut. Der Spalt zwischen dem Oberschenkelkopf und der Hüftpfanne ist auf beiden Seiten normal weit. Die Gelenkflächen haben einen glatten Rand. Die Knochenrinde ist normal breit. Das Gewebe unter dem Knorpel sendet kein verändertes Signal im MRT aus.

Das Knochenmark zeigt in allen Sequenzen eine unauffällige Signalgebung. Normal breiter Knorpelbelag des Femurkopfes ohne Nachweis von Signalalterationen. Das Labrum acetabulare ist intakt abgebildet. Kein Nachweis einer Raumforderung oder pathologischen Kontrastmittelanreicherung. Kein Gelenkerguss. Regelrechte Darstellung der mitabgebildeten Weichteilstrukturen sowie des kleinen Beckens.

Das Knochenmark sieht in allen angewendeten Untersuchungstechniken normal aus. Der Knorpel, der den Oberschenkelkopf überzieht, ist normal breit. Der Knorpel hat im MRT-Bild kein verändertes Aussehen. Die Gelenklippe an der Hüftpfanne ist unbeschadet. Es ist keine raum-einnehmende Veränderung zu sehen. Nach der Kontrastmittel-Gabe sieht man keine krankhafte Ansammlung von Kontrastmittel im Gewebe. Es ist keine vermehrte Flüssigkeit im Gelenk zu sehen. Die Weichgewebe, die im Bild zu sehen sind, und der untere Teil vom Becken sehen normal aus.

Beurteilung:

Unauffällige Darstellung beider Hüftgelenke.Pathologische Knochen- oder Weichteilveränderungen, welche die angegebene Symptomatik des Patienten erklären könnten, sind nicht nachweisbar.

Was das auf den Bildern Gesehene bedeutet:

Die beiden Hüftgelenke sehen normal aus. Es sind keine krankhaften Veränderungen von Knochen oder Weichgewebe zu sehen, die die Beschwerden des Patienten erklären könnten.

Letzte Änderung: 01.05.2015