Befunddolmetscher

Die Erklärungshilfe für Ihren medizinischen Befund.

Szintigrafie im Überblick

Das Wichtigste in Kürze

Die Szintigrafie ist eine Untersuchung. Bei einer Szintigrafie entstehen Bilder vom Herz. Aus den Bildern kann der Arzt ableiten, wie gut das Herz funktioniert. Das Herz liegt unten im Brustkorb, etwas links von der Mitte. Es pumpt Blut durch den Körper.

Bei einer Szintigrafie spritzt der Arzt ein Medikament in ein Blutgefäß. Über das Blut gelangt das Medikament dann ins Herz. Eine besondere Kamera misst, wie sich das Medikament im Herz verteilt hat. Die Bilder der Kamera werden anschließend auf einen Bildschirm übertragen oder ausgedruckt. Mit diesen Bildern kann der Arzt zum Beispiel beurteilen, wie das Herz arbeitet und wie gut es durchblutet ist.

Was ist eine Szintigrafie und wie funktioniert die Szintigrafie?

Die Szintigrafie ist eine Untersuchung. Bei einer Szintigrafie entstehen Bilder vom Herz. Für die Untersuchung verwendet der Arzt ein besonderes Medikament. Das Medikament ist eine Flüssigkeit mit einer schwachen Strahlung.

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Was ist das für ein Medikament?

Bei einer Szintigrafie verwendet man ein besonderes Medikament. So ein Medikament hat zwei Teile:

  • Ein Teil bindet zum Beispiel an das Herz-Muskelgewebe oder an das Blut. Dieser Teil ist wichtig, damit das richtige Gewebe im Körper untersucht wird.
  • Ein Teil gibt eine schwache Strahlung ab. Dieser Teil ist wichtig, damit die Durchblutung und die Funktion des Herzens untersucht werden können.
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Was ist das für eine Strahlung?

Von Strahlung spricht man, wenn sich Energie ausbreitet. Bei einer Szintigrafie ist mit Strahlung “radioaktive Strahlung” gemeint. Radioaktive Strahlung hat eine sehr hohe Energie.

Die Grundlagen der radioaktiven Strahlung sind sehr kompliziert. Die folgende Erklärung zeigt Ihnen sehr vereinfacht, wie radioaktive Strahlung entsteht: Radioaktive Strahlung entsteht dadurch, dass sich Atome verändern. Atome sind sehr kleine Bausteine. Alle Stoffe bestehen aus diesen Bausteinen. Im Inneren des Atoms liegt der Atomkern. Manche Atomkerne sind nicht sehr stabil. Sie können sich plötzlich in eine stabilere Form umwandeln. Wenn sich die Atomkerne umwandeln, dann entsteht Energie. Die Energie breitet sich aus. Das nennt man radioaktive Strahlung.

Es gibt einige radioaktive Stoffe in der Natur. Radioaktive Stoffe können aber auch künstlich hergestellt werden. Solche strahlenden Stoffe verwendet man bei der Szintigrafie. Diese Stoffe zählen als Medikamente. Bei einer Herz-Szintigrafie verwendet man in der Regel Medikamente mit schwach strahlendem Technetium oder Thallium. Technetium und Thallium kommen auch in der Natur vor.

Radioaktive Strahlung kann das Erbgut von Zellen schädigen. Daher muss der Arzt genau abwägen, ob die Untersuchung notwendig ist. Wie hoch die Gefahr für Schäden an den Zellen ist, hängt unter anderem von der Menge und der Art des schwach strahlenden Medikaments ab. Insgesamt wird der Körper bei einer Herz-Szintigrafie nur einer geringen Menge an Strahlung ausgesetzt.

Der Arzt spritzt das besondere Medikament in ein Blutgefäß. Über das Blut gelangt das Medikament dann ins Herz. Meist möchte man mit dem Medikament den Herzmuskel untersuchen. Das schwach strahlende Medikament lagert sich vor allen in den Bereichen an, wo der Herzmuskel gut durchblutet ist. Wenn ein Bereich im Herz nicht so gut durchblutet ist, dann lagert sich dort kaum etwas von dem Medikament an.

Eine besondere Kamera misst, wie sich das schwach strahlende Medikament im Herz verteilt hat. Die Bilder der Kamera werden anschließend auf einen Bildschirm übertragen oder ausgedruckt. Auf den Bildern sieht man zum Beispiel, ob der Herzmuskel überall durchblutet wird.

Meist hat der Patient 2 Szintigrafie-Untersuchungen. Manchmal finden beide Untersuchungen an einem Tag statt. Die Untersuchungen können aber auch an 2 verschiedenen Tagen stattfinden. Bei der einen Untersuchung muss der Patient sich körperlich anstrengen, bei der anderen nicht. Der Arzt vergleicht dann die Bilder bei körperlicher Belastung mit den Bildern ohne körperliche Belastung. Dadurch kann der Arzt genauer beurteilen, wie das Herz arbeitet und wie gut es durchblutet ist. Es kann aber auch vorkommen, dass der Arzt das Herz nur bei körperlicher Belastung oder nur bei körperlicher Ruhe untersucht.

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Die Belastungs-Untersuchung

Das Herz arbeitet nicht immer gleich viel. Bei körperlicher Anstrengung braucht das Herz mehr Blut mit Sauerstoff als in Ruhe. Nach einer körperlichen Anstrengung kann der Arzt auf den Szintigrafie-Bildern besonders gut beurteilen, wie das Herz arbeitet und wie es durchblutet ist.

Um sich körperlich anzustrengen, kann der Patient zum Beispiel Fahrrad fahren. Der Arzt kann die Anstrengung aber auch mit einem Medikament nachahmen.

Während der körperlichen Anstrengung misst der Arzt zum Beispiel den Blutdruck und die Anzahl der Herzschläge.

Warum wurde die Szintigrafie des Herzens gemacht?

Der Arzt veranlasst eine Szintigrafie, wenn er eine Erkrankung oder eine Veränderung am Herz vermutet. Manchmal können andere Untersuchungen diese Vermutung nicht sicher bestätigen. Die Szintigrafie kann dann weitere Informationen liefern.

Sehr häufig wird eine Szintigrafie zum Beispiel durchgeführt, wenn der Arzt eine verengtes oder verschlossenes Blutgefäß am Herz vermutet. Mit der Szintigrafie kann der Arzt beurteilen, wie gut das Herz mit Nährstoffen aus dem Blut versorgt wird. Manchmal ist ein verengtes Blutgefäß am Herz bereits bekannt. Der Arzt kann dann mit der Untersuchung beurteilen, ob das Herz trotzdem noch ausreichend durchblutet ist.

Außerdem kann der Arzt mit der Szintigrafie unterscheiden, ob Bereiche im Herzmuskel noch lebendig oder bereits abgestorben sind. Das kann vor einer Behandlung interessant sein. Der Arzt kann damit aber auch den Erfolg einer Behandlung überprüfen.

Was kann der Arzt in der Untersuchung sehen?

Der Arzt sieht in der Untersuchung Bilder vom Herz. Auf den Bildern kann der Arzt verschiedene Veränderungen erkennen, zum Beispiel:

  • Durchblutungs-Störungen im Herzmuskel
  • Bewegungs-Störungen im Herzmuskel
  • Narben oder geschädigte Bereiche im Herzmuskel
  • eine veränderte Pumpfunktion des Herzens (zum Beispiel bei einer Herzschwäche)

Die Ergebnisse der Szintigrafie helfen dem Arzt, Herz-Erkrankungen festzustellen und weitere Untersuchungen oder Behandlungen zu planen.

Letzte Änderung: 15.12.2015